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Nach dem Bau einer Kinderbetreuungseinrichtung (Garderie) unterstützen viele NaturFreunde über Rastatt hinaus die Bemühungen des Frauennetzwerks in Saint-Louis, ein Umwelt- und Ausbildungszentrum zu errichten und damit eine Alternative zur Abwanderung nach Europa zu schaffen und vor allem den Mädchen in der Region um Bekhar mehr Bildungschancen zu eröffnen.

Mit einer Förderung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, vielen Spenden und Eigenmitteln von NaturFreund*innen und dem Frauennetzwerk konnte der 2-stöckigen Bau in Bekhar am 01.06.2017 begonnen und Ende April 2018 weitestgehend abgeschlossen werden. Eine Reise zur Eröffnung des Ausbildungszentrums fand statt.

Seit 1. 10. 2018 läuft der Unterrichtsbetrieb. Es wollen jetzt schon 130 junge Frauen die angebotenen Ausbildungslehrgänge und Seminare durchlaufen.

Darüber hinaus werden Kurse zur Bekämpfung des Analphabetentums eingerichtet. Sie finden in den Abendstunden statt. Außerdem sollen EDV-Kurse bei entsprechender Ausstattung angeboten werden und die jungen Frauen im Umgang mit den entsprechenden Medien geschult werden. Eine Anbindung an die örtliche Berufsschule ist geplant. Eine schriftliche Vereinbarung zur Zusammenarbeit liegt bereits vor.

Das neue Umwelt- und Ausbildungszentrum liegt auf eigenem Gelände in der Größe von 1.600m². Es befindet sich nun im Besitz des Frauennetzwerks Koom-Koomu Njaboot Gi und wird von diesem selbstverwaltet.

Das Projekt wurde nach den örtlichen Bedürfnissen und Anforderungen entwickelt und umgesetzt. Auch das gehört zu den obersten Prinzipien, dass wir keine „top-down-Projekte“ durchführen, sondern stets partizipativ vorgehen. Für die Ausbildungsbereiche zum traditionellen Färben von Stoffen, dem Schneidern von Bekleidung, Friseurgewerbe, Restaurantwesen und das Verarbeiten von lokalen Produkten gibt es eine echte Nachfrage. Eine weitere enge Zusammenarbeit vor allem auch im Bereich der Umweltbildung und Klimaanpassungsmaßnahmen wurde vereinbart.

Gerade zurück aus Senegal zeigt sich eine kleine Delegation begeistert von der Entwicklung und dem Engagement der Schülerinnen und Lehrerinnen im Umwelt- und Ausbildungszentrum. Es wurden parallel zur Pflanzung einer Esskastanie in Rastatt Guave-Bäumchen im Hof des Zentrums eingepflanzt, um auch noch einmal die Verbundenheit und den Umweltschutzgedanken zu unterstreichen.

Am 15.05.2019 startet eine Folgeförderung durch das BMZ und es kann auch die Lehrküche eingerichtet und die Hofüberdachung gebaut werden. Die Fachleute von ASAN können nun auch endlich beginnen mit ihrem Umweltbildungsprogramm im Zentrum.

Eine Spendenkampagne für die Schulgelder der Mädchen begann mit der Foto-Ausstellung von Barbara Straube am 8. März 2019 in Rastatt. 130 Euro kostet die 2-jährige Ausbildung jährlich, 260 Euro für die gesamte Ausbildung, die mit einer staatlichen Anerkennung abschließt.

Spendenkonto:
NaturFreunde Rastatt e.V.
IBAN: DE14 6629 0000 0030 0117 08
BIC: VBRADE6KXXX
Verwendungszweck: Schulgeld St. Louis

Im Mittelpunkt der Ausstellung von Barbara Straube „Die Frauen von Bekhar“ stehen die Eröffnung des Ausbildungszentrums und die Arbeit des senegalesischen Frauennetzwerks. Die Fotos erzählen Geschichten von Menschen. Mit Portraits und kurzen Interviews erschließt sich die Alltagssituation und die Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft.

Wer diese Ausstellung vor Ort zeigen möchte, kann sie in einem Rundumpaket mit Flyer/Plakaten/ Broschüren ausleihen. Auch Informationsveranstaltungen u.a. zum Thema können mit uns vereinbart werden.

Eine umfangreiche Broschüre begleitet die Ausstellung. Sie kann für eine Schutzgebühr von 5 Euro erworben werden.

Info und Kontakt:
NaturFreunde Rastatt e.V.
Uschi Böss-Walter
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Telefon: 0177 5266021


„Die Frauen von Bekhar”

Vernissage – 8. März 2019 KundenCenter der Sparkasse Rastatt-Gernsbach

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Ihnen allen, Euch allen ein herzliches Willkommen zu dieser Veranstaltung. Wir vom Fachbereich Nord-Süd-Kooperation der Rastatter NaturFreunde freuen uns sehr, dass so viele Freundinnen und Freunde hier her gekommen sind, um mit uns die Ausstellungseröffnung „Die Frauen von Bekhar“ mit uns zu feiern.

Mein großer Dank geht an Sie lieber Herr Daumel, liebe Frau Krell, die sie uns dieses KundenCenter zur Verfügung stellen und unsere Veranstaltung so fürsorglich umrahmen.

Ich begrüße NaturFreundinnen und –freunde aus Ulm, Frankfurt, Wiesbaden, aus Schwarzbachtal, Mannheim, aus Radolfzell, Stuttgart, aus dem Saarland, Berghausen, und Durlach und selbstverständlich aus Rastatt!

Ihr alle habt so viel getan, habt Spenden gesammelt und Informations-Veranstaltungen aber auch Feste durchgeführt, deren Erlös ihr dem Bau des Umwelt- und Bildungszentrums zur Verfügung gestellt habt.

Aber nicht nur NaturFreund*innen haben gespendet, viele Rastatter Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, die Stadtwerke, etc. waren dabei, mit großen und kleinen Beiträgen. Alle zusammen haben geholfen, eine Idee oder besser, einen Traum zu verwirklichen: Ein Ausbildungszentrum für junge Frauen in Bekhar in Senegal konnte gebaut werden! Am 1. Oktober 2018 konnten schon über 100 Mädchen und junge Frauen eine staatlich anerkannte Ausbildung in 5 verschiedenen Fachrichtungen beginnen. Eine Sensation und vor allem ein bislang einmaliges Projekt!

Heute feiern wir vor allem auch den Internationaler Frauentag. Wir Rastatter NaturFreundinnen wählten den heutigen Tag bewusst, um diese Ausstellung zu eröffnen.

Auch die Mädchen und Frauen von Bekhar in Saint-Louis im Senegal kommen heute zusammen, um über die Rechte der Frauen zu sprechen und um im Besonderen die Förderung von Mädchen zu thematisieren.

Bildung und Teilhabe sind die alten und die neuen Themen der weltweiten Frauenbewegung. Jeder Mensch hat das Recht auf Bildung! Kein Mensch darf von Bildung ausgeschlossen oder ungebildet zurückgelassen werden! Der große Afrikaner, Nelson Mandela, hat es einmal auf den Punkt gebracht: „Bildung ist die mächtigste Waffe, um die Welt zu verändern!” und dass die Welt sich ändern muss, ist uns allen klar. Es kann nicht bleiben wie es ist, ohne Bildung bekommen Frauen keinen Zugang zur gesellschaftlichen Teilhabe und Macht.

In Ghana sagt man: Wenn du einen Jungen erziehst, erschaffst du einen Mann. Wenn du ein Mädchen erziehst, erschaffst du ein Volk. Die Ausbildung von Mädchen kann demnach nicht hoch genug geschätzt werden. ;-)) Es geht um nichts weniger als ein Volk, eine Gesellschaft, Mädchen und Frauen sind auf der ganzen Welt aufgrund traditioneller Geschlechterrollen struktureller Benachteiligung und Gewalt ausgesetzt. Sie sind am häufigsten betroffen von Armut und Ausbeutung, aber auch von Klimakrise und der alltäglichen Notwendigkeit, sich dem Klimawandel anzupassen.

Dabei wird vielen Mädchen insbesondere in Ländern des globalen Südens der Zugang zu qualifizierter Bildung verwehrt oder erschwert. Und so werden sie der Möglichkeit, ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben zu führen beraubt.

Frauenrechte sind global!
Und deshalb gehen uns auch die Frauen in Bekhar etwas an!

Senegal ist weit weg, liegt in Afrika, warum engagieren sich deutsche NaturFreund*innen dort?

NaturFreunde sind nicht parteipolitisch, aber deshalb nicht unpolitisch! Seit 100 Jahren wollen NaturFreundinnen und NaturFreunde auch gerechte Beziehungen zwischen den Geschlechtern. Schon vor 100 Jahren war klar, die Rechte der Frauen gehen alle was an.

Die NaturFreundebewegung in Afrika wächst rasant. Auch in Senegal: Deshalb vorweg ein paar wenige Worte zum Senegal:

Im Senegal erlebt man einen toleranten Islam, sehr engagierte Frauen mit einer frauenförderlichen Gesetzgebung im Land, sowie eine kritische Jugend- und Musik-Kultur. Er gilt als das demokratischste Land in Westafrika. Eine lange parlamentarische Tradition, lebhafte zivilgesellschaftliche Strukturen, freie Presse und die Erfahrung zweier friedlicher Regierungs- bzw. Regimewechsel machen es autoritären Tendenzen schwer, sich langfristig durchzusetzen. Gerade sind die Neuwahlen des Präsidenten geräuschlos über die Bühne gegangen.

Aber der Senegal gehört eben auch zu den 20 ärmsten Ländern der Erde. Er ist hart vom Klimawandel getroffen, obwohl das Land, wie alle Länder des globalen Südens nicht sehr viel zur Klimakrise beigetragen haben. Viele junge Leute denken über eine Flucht in den reichen Norden nach, einfach weil ihnen ihre Zukunft im eigenen Land immer aussichtsloser erscheint. Wir wollen dazu beitragen, dass sie in ihrer Heimat bleiben können. Das ist ein Beitrag zur Bekämpfung von Fluchtursachen!

Ein paar Worte zur Entstehung der Beziehung zum Senegal:

Vor 10 Jahren waren mein Mann Roland Walter und ich zum ersten Mal in Senegal. Wir nahmen an einer Studienreise der NaturFreunde Deutschlands zur Partnerorganisation ASAN teil, unter anderem in die Küstenstadt St. Louis. Sie liegt im Mündungsgebiet des Senegalflusses in den Atlantik und hat eine große kulturelle Bedeutung. Sie ist UNESCO-Weltkulturerbe aber die wirtschaftliche Situation wird dort immer schwieriger. Klimakrise und wirtschaftliche Abhängigkeiten richten große Schäden an. Die besondere Betroffenheit durch klimatische Veränderungen besteht vor allem in Küstenerosion, Starkregen, Versandung und Versalzung.

Dort haben wir eine Gruppe von Frauen kennengelernt, die uns ihre Projekte und Visionen zur Armutsbekämpfung vorstellten. Sie haben uns berichtet, wie sie sich in besonderer Weise für die Zukunft ihrer Jugend einsetzen. 40% der Bevölkerung ist unter 15 Jahren alt. Das Frauennetzwerk „koom kommu njaboot Gi“ ist bis heute auf mehr als 2.000 Mitglieds-Frauen angewachsen. Dabei sind die Frauen in der Region von Saint Louis in landwirtschaftlichen Kooperativen vernetzt, einige arbeiten auf den Salzfeldern unter denkbar ungünstigen Bedingungen. Sie verfolgen ganz besonders das Ziel, das Leben und die Zukunft ihrer Töchter, der Mädchen zu verbessern, damit sich diese eine bessere Zukunft durch Bildung erschaffen können. Sie erlaubten uns, ihr Leben wirklich kennenzulernen, sie ließen uns sozusagen hinter die Kulissen in den Alltag und ihre Kultur blicken.

Nur so und auf Augenhöhe konnte ein globaler Dialog über Kontinente hinweg eröffnet werden. Und aus diesem Dialog heraus entstanden die Ideen für die Projekte, ganz nach den dortigen Notwendigkeiten.

Mit Spenden aus Deutschland konnte zuerst 2011 eine Garderie für 80 Kinder gebaut werden. Mit Hilfe einer Förderung durch das BMZ und vielen Spenden bauten sie 2017 und 2018 das Umwelt- und Ausbildungszentrum in Bekhar/Saint-Louis Senegal, das mittlerweile zum Begegnungsraum der gesamten Region geworden ist.
Die interessierten Rastatter*innen kennen die Bemühungen der NaturFreunde um eine kommunale Klimapartnerschaft. Wir wollten damit unserer Verantwortung gerecht werden, auch wenn der Gemeinderat 2015 mit nur einer Stimme Mehrheit die Umsetzung eines bereits 2 Jahre lang bis ins Detail ausgearbeiteten Maßnahmeplans auf Antrag der Freien Wähler Rastatts ablehnte. Die NaturFreunde Rastatts waren erschüttert aber dadurch nicht mut- bzw. tatenlos zurückgeblieben.

Die Ausstellung:

Die Eröffnung des Ausbildungszentrums und die Arbeit des senegalesischen Frauennetzwerks stehen im Mittelpunkt der Ausstellung, die wir Ihnen vorstellen wollen. Die Fotos erzählen Geschichten von Menschen. Mit Portraits und kurzen Interviews erschließt sich die Alltagssituation und die Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft.

Eine umfangreiche Broschüre begleitet die Ausstellung. Sie können diese für eine Schutzgebühr von 5 Euro erwerben.

Mit dieser Ausstellung beginnen wir auch eine Spendenkampagne für die Schulgelder, die die Mädchen brauchen. !30 Euro kostet die Ausbildung im einem Jahr. 2Jahre dauert die Ausbildung die mit einer staatlichen Anerkennung abschließt.

Wer diese Ausstellung vor Ort zeigen möchte, kann sie in einem Rundumpaket mit Flyer/Plakaten/ Broschüren ausleihen. Auch Informationsveranstaltungen u.a. zum Thema können mit uns vereinbart werden.

Zum Schluss nun noch ein paar Worte über die Fotografin.

Und nun darf ich euch und Ihnen die Frau vorstellen, die letztlich die ganze Power und die Energie der Frauen von Bekhar und Saint-Louis in Senegal sichtbar gemacht hat: Barbara Straube.

Tätig seit den 70er Jahren, zunächst als Mitglied des legendären Mannheimer fotocollektivs, wirkt sie seit 1983 als freischaffende Grafikerin und Fotografin.
Sie zeigt unaufgeregt Dinge und Verhältnisse, die wir Normalschauenden nicht gleich wahrnehmen.

Sie führt nicht unsere Blicke, sie gibt uns die Möglichkeit, aufmerksamer zu werden. Sie zeigt beglückende aber auch erschreckende Wahrheiten. Sie belegt mit ihren Arbeiten die Vielfalt, die Kreativität und die widerständigen Aktionen von Menschen im unbedingten Detail.

Natur ist für sie Quelle von Kraft, und das belegen ihre Aufnahmen. Als wirkliche Freundin, wie ich sie erleben darf, begleitet sie mich und mein Wirken in Rastatt bis heute. Hier in Rastatt sind ihre Arbeiten nicht unbekannt: Logos, Werbematerialien für Kinderrechte, Feuervogel, NaturFreunde, Frauen helfen Frauen usw. tragen ihren Stempel und prägen somit das Rastatter Leben auf eine gewisse Weise.

Ihre Fotoprojekte und Reportagen tragen alle soziale – kulturelle – ökologische Aspekte und egal ob in Russland, Sizilien, in der Bretagne, auf Island, in ihrer Heimatstadt Mannheim, oder wie jetzt in Senegal, sie ist auf der Suche nach Geschichten, nach der ungeschönten Welt, nach den Menschen und Realitäten hinter den Bildern.

Was sie damit schafft?

Wenn wir jetzt durch die Ausstellung gehen, dann werden wir ein gleichberechtigtes Gegenüber erleben, einen Austausch auf Augenhöhe in dieser globalen Welt.
Kein Oben kein Unten, nur Respekt, Wertschätzung, Anerkennung. Kein „bitte, helft uns!“ sondern ein „schaut in unsere Welt und setzt euch in Beziehung!“

Danke Barbara Straube!


Uschi Böss-Walter – NaturFreunde Rastatt e.V.